Von Anja Baumgart-Pietsch
TAUNUSBÜHNE Vorweihnachtliches Rumpelstilzchen mit leichten Lampenfieber-Attacken
"Mein Wochenende beginnt eigentlich schon heute", lacht Brigitte Müller, Vorsitzende der Taunusbühne und Co-Regisseurin des neuen Weihnachtsmärchens, als der Anruf vom Tagblatt am Mittwoch bei ihr landet. Denn Mittwochabend war die Generalprobe für das Märchen "Rumpelstilzchen - oder der Wicht, dessen Name nicht genannt werden darf".
Bis zur Premiere am Samstag um 15 Uhr bleibt noch jede Menge zu tun, und auch an den beiden ersten Aufführungstagen werden Brigitte Müller und ihre Schwiegertochter Ines Müller, die gemeinsam Regie führen, wohl keine Minute zur Ruhe kommen. Aber es macht viel Spaß, und die Vorarbeiten sollen sich ja auch gelohnt haben: "Ein Jahr Vorlauf hat so ein Stück", berichtet Brigitte Müller. Auswahl, Dialoge, Regiekonzept, Besetzung und Proben - das dauert und fordert viel Energie.
Schön, dass sich die beiden Regisseurinnen dabei so gut ergänzen: "Bei uns stiehlt nicht die eine der anderen die Schau, es gibt keine Konkurrenz, wir haben unterschiedliche Stärken, deswegen machen wir das auch so gern zusammen", sagt Brigitte Müller. Mit ihrer Schwiegertochter hat sie schon diverse Kinderstücke inszeniert. "Sie ist eher die Theaterpädagogin und ich bin der "Bauchmensch", so Brigitte Müller, "mit diesen Ansätzen arbeiten wir gut zusammen".
Ines Müller hat das Grimmsche Märchen bearbeitet und die Dialoge verfasst, so dass auch kleinere Kinder etwas davon haben. Es spielen immerhin auch kleine Schauspieler ab vier Jahren mit. "Wir haben viel Musik dabei", verrät Brigitte Müller, "Kate Nelson hat uns tolle Lieder geschrieben". Es sei zwar kein Musical geworden, dennoch gebe es viel zu hören - und auch einen Mäusetanz zu sehen.
Am Samstagmorgen, so Brigitte Müller, werde sie noch die Premierengeschenke besorgen und die Gutscheine ausdrucken, die sie als Geschenke an die ungefähr 25 Mitwirkenden verteilt: "Wir gehen im Januar alle gemeinsam ins Bad Schwalbacher Kino, da wird dann eine Vorstellung für uns reserviert sein." Ab 12 Uhr wird der letzte Schliff am Bühnenbild erledigt, das Ensemble trifft im Kurhaus ein, "wir machen Sing- und Lockerungsübungen, versuchen die Nervosität und das Lampenfieber zu besiegen"", sagt Brigitte Müller. Dann wird geschminkt und umgezogen, und um 15 Uhr hebt sich der Vorhang zur Premiere. "Der Vorverkauf ist sehr gut, die beiden Wochenend-Vorstellungen sind so gut wie ausverkauft", berichtet Brigitte Müller, die dennoch dazu einlädt, es an der Tageskasse zu versuchen: "Meist kommt man noch rein." Nach der Premiere wird es selbstverständlich eine interne Premierenfeier mit allen Mitwirkenden und ihren Angehörigen bei leckerem Essen und Trinken geben.
Als Regisseurinnen sind Brigitte und Ines Müller natürlich auch während der Aufführungen ständig dabei und ansprechbar, springen auch mal ein, wenn ein Beleuchter oder Kulissenschieber ausfällt. "Man ist schon sehr angespannt", erzählt Brigitte Müller. Ein bisschen Angst hat die Vorsitzende der Taunusbühne, dass ihr eventuell die Schweinegrippe-Welle einen Strich durch die Rechnung macht, denn es haben bereits viele Gruppen die Vorstellungen gebucht. "Aber wir sind da mal optimistisch", hofft Brigitte Müller, dass die hohen Kosten der Inszenierung im Kurhaus durch den Kartenverkauf wieder eingespielt werden können, alle neun Vorstellungen bis zum 13. Dezember gut besucht sein werden - und statt Schweinegrippe nur harmlose Lampenfieber-Attacken zu verzeichnen sein werden.


