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Kur nicht nur für "Großtrommelträger"

27.09.2008 - IDSTEIN

Von Angelika Eder

Idsteiner Therapeutin Ute Samson empfiehlt auch dünnen Menschen eine Darmsanierung

IDSTEIN "Eine schlechte Verdauung ist die Wurzel allen Übels", sagte schon Hippokrates und die Idsteiner Heilpraktikerin Ute Samson stimmt dem uneingeschränkt zu. Sie führt bei zahlreichen Patienten, vor allem Allergikern, Asthmatikern und Neurodermitikern, eine Darmsanierung inklusive Laboruntersuchung durch.

Als Organ der Superlative muss der Darm im Laufe unseres Lebens rund 30 Tonnen Nahrung und 50000 Liter Flüssigkeit verdauen. Um dieser umfassenden Aufgabe gerecht zu werden, hat der Magen-Darm-Trakt eine Oberfläche von mindestens 200 Quadratmetern und somit die Fläche eines Tennisplatzes. Nach der Geburt innerhalb kürzester Zeit von Keimen der Gesund leben Mutter und der Umwelt besiedelt, ist diese Darmflora, diese "Pflanzenwelt" in unserem Inneren, lebensnotwendig: Sie hilft zu verdauen, die Darmschleimhaut mit Nährstoffen zu versorgen und körperfremde Bakterien abzuwehren. In der größten Kontaktregion des Körpers mit der Außenwelt sitzen übrigens 70 Prozent der Immunzellen. Die folglich für die Gesundheit so ungemein wichtige intakte Darmschleimhaut wird durch vielerlei Störfaktoren bedroht, darunter physikalische Faktoren wie extrem heiße, kalte oder trockene Luft, ungesunde Lebensweise wie falsche Ernährung und Alkohol- sowie Nikotinmissbrauch oder Umweltgifte wie Chemikalien. Besonders schädigend wirken auch Antibiotika-, Chemo- und Strahlentherapien. Sie bereiten schädlichen Bakterien, Pollen, Allergenen, Pilzen, Viren und anderem den Boden, so dass das Immunsystem überfordert wird und es in der Folge zu Heuschnupfen, Neurodermitis, Asthma, Nahrungsmittelallergien, chronischem Reizdarm oder auch rheumatischen Erkrankungen kommen kann. Um den Ursachen für die Beschwerden auf den Grund zu gehen, füllt Samson mit den Patienten einen Begleitbogen der Stuhlproben für das Labor aus und erklärt ihnen, wie die Proben zu entnehmen sind, zumal dabei oft weitreichende Fehler gemacht würden. Anhand der Proben lässt sich im Labor entweder ein Komplettstatus der Darmflora erstellen oder sie werden unter anderem auf Hefen und Schimmelpilze untersucht. Bei positiven Ergebnissen von Tumor-, Entzündungsmarker und Darmblutungen, nach denen anders als bei den üblichen kleinen Briefchen nicht nur bezüglich des besonders Vitamin C empfindlichen Hämoglobins, sondern auch des Haptoglobins gefahndet wird, schickt Samson den Betreffenden zum Gastroenterologen. Diese drei Untersuchungen dienen der Heilpraktikerin persönlich "als erster Schritt in der jährlichen Krebsprophylaxe." Liegt laut Pankreasdiagnostik ein Mangel an Enzymen vor, die für die Verdauung wichtig sind, so kann sie mit homöopathischen Substanzen und Enzymen behandeln, hat die Zöliakiediagnostik eine Glutenunverträglichkeit ergeben, ist eine Ernährungsumstellung angesagt. Ist nur die Darmflora schlecht, erfolgt ausschließlich deren Sanierung. "Wer seinen Darm auf Vordermann bringen und den Bauchumfang reduzieren will, macht am besten die F.X.Mayr-Kur", rät Samson nicht nur den männlichen "Großtrommelträgern". Liegt jedoch ein übermäßiger Pilzbefall vor, also mehr als 100 Keime pro Milliliter, was oft nach der Einnahme vieler Antibiotika der Fall ist, müssen die unerwünschten Darmbewohner abgetötet werden, denn sie können zu Abgeschlagenheit oder dickem Blähbauch führen. Candida produziert sogar Fuselalkohole und kann somit die Leberwerte verschlechtern, während Schimmelpilze Mykotoxine freizusetzen vermögen. Um sie loszuwerden, ist der Verzicht auf die "Pilznahrung" Weißmehl und Zucker angesagt, folglich auch der auf große Portionen süßer Obstarten wie Trauben und Bananen. "Und morgens auf nüchternen Magen eine lauwarme Essigschorle zum Antörnen des Stoffwechsels", empfiehlt Samson keineswegs nur Menschen mit Pilzbefall. Dazu nutzt sie einen speziellen Rotweinessig aus dem Reformhaus. Zum Abtöten der Pilze dienen entweder der chemische Wirkstoff Nystatin, auf den allerdings einige Menschen mit Magenbeschwerden reagieren, oder nicht krank machende Pilzformen. Wie wichtig die Bekämpfung des übermäßigen Pilzbefalls beispielsweise zur Vermeidung von Neurodermitis ist, erklärt Samson mit den Erfolgen von Gaben speziell gezüchteter nicht krank machender Colibakterien bei Neugeborenen, deren Eltern Allergiker sind: In der Folge leiden sie entweder sehr viel seltener unter der Erkrankung oder diese tritt bei ihnen nur in abgeschwächter Form auf. Bei den meisten Patienten von Samson stellt sich der Erfolg nach maximal drei Wochen ein, so dass der etwa ebenso lange Aufbau der Darmflora folgen kann. Auch hier wiederum stehen unter anderem nicht pathogene Coli-Bakterien zur Verfügung. Für Krebspatienten, die nach Chemo- oder Strahlentherapie oft ein großes Problem mit Schleimhäuten haben, nutzt Samson einen "höchst wirkungsvollen Cocktail", einen Kanne-Brottrunk mit speziellen Bakterien-Zutaten. "Ein- bis dreimal am Tag getrunken, lässt er es den Menschen sehr schnell sehr viel besser gehen." Die (für Mykosen und Darmsanierung zwei- bis dreimalig erforderliche) Stunde kostet 40 Euro. Die Laborkosten liegen je nach Untersuchung zwischen rund 28 und 66 Euro. Privatversicherte können die Behandlung abrechnen; www.info@inbalance-idstein.de; Telefon 06126-224992.

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