Heute Abschlussfest / Uni stellt Strafantrag
dev./rea. GROSS-GERAU Auch wenn die Justus-Liebig-Universität Gießen wegen der Proteste 2008 keine gentechnisch veränderten Maissorten in Groß-Gerau anbauen wird (wir berichteten), dauert die Besetzung des Versuchsfeldes an der B44 weiter an. Erst am Wochenende sollen die Türme und Zelte auf dem Acker im Norden der Kreisstadt geräumt werden. Für Mittwochabend, 30.April, ab 20 Uhr laden Besetzer und örtliche Sympathisanten zu einem Abschlussfest ein. Mit Musik soll der Sieg über den verhinderten Anbau genmanipulierter Maissorten gefeiert werden. Gleichzeitig will man sich bereits jetzt Gedanken über zukünftige Widerstandsaktionen machen. Denn die Universität habe nur für dieses Jahr auf die Aussaat der veränderten Maissamen verzichtet. "Das muss in Zukunft besser organisiert werden", betonte ein Anwohner aus Groß-Gerau-Nord. Die Uni Gießen unterhält in Groß-Gerau eine Versuchsanstalt und testet auf verschiedenen Feldern im Norden der Kreisstadt Pflanzen. Die Hochschule, der weiterhin an einem guten Einvernehmen mit Groß-Gerau und dem Landkreis gelegen ist, habe die Feldbesetzer zur sofortigen Räumung des Feldes aufgefordert. Andernfalls werde dies gerichtlich durchgesetzt. Gegen die Feldbesetzer sei Strafantrag gestellt worden. Der BUND Hessen begrüßte gestern die Absage des Versuchs mit gentechnisch verändertem Mais in Groß-Gerau. Vorstandssprecher Herwig Winter wies darauf hin, dass "Frankreich und andere EU-Staaten die Aussaat des gentechnisch veränderten Mais MON 810 wegen Sicherheitsbedenken verboten haben". Nun werde auch in Hessen kein Risiko mehr für die Landwirtschaft und die Bevölkerung eingegangen.

