Samstag, 11. Februar 2012 17:22 Uhr
URL: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/nachrichten/politik/5325934.htm

Wiesbadener Tagblatt

Politik 

Wohin wurde Gammelfleisch geliefert?

30.08.2007

Verbleib von sechs Tonnen noch unklar / Bundesverbraucherministerium sieht keine Versäumnisse

MEMMINGEN (dpa) Im neuen bayerischen Fleischskandal ist der Verbleib eines Teils der ungenießbaren Ware unklar. Nach Berlin ging den Angaben der dortigen Gesundheitsverwaltung zufolge zwar mit 14 Tonnen weit mehr minderwertiges Fleisch aus dem schwäbischen Wertingen als bisher angenommen. Dennoch muss der Weg von sechs Tonnen Fleisch noch aufgeklärt werden.

Das Bundesverbraucherministerium sah keine Versäumnisse der bayerischen Behörden. Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) vertraut auf die Aufklärungsarbeit seines Verbraucherministers Werner Schnappauf (CSU). Die Metzger in Bayern befürchten nach dem neuen Gammelfleischskandal einen deutlichen Umsatzrückgang. Die Berliner Lebensmittelaufsicht ging davon aus, dass 14 Tonnen Fleisch aus Wertingen an einen Berliner Döner-Produzenten geliefert worden seien. Während die Staatsanwaltschaft Memmingen bekräftigte, im Juli seien 20 Tonnen ungenießbares Fleisch ausschließlich nach Berlin geliefert worden, sagte der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Potsdam, Jens-Uwe Schade, Ekelfleisch aus Bayern sei auch an vier Landkreise in Brandenburg gegangen. Bei dem Fleisch handelte es sich um ungenießbare so genannte K3-Ware, die in Berlin zu Döner-Spießen verarbeitet und mit größter Wahrscheinlichkeit verzehrt wurde. K3-Fleisch wird in der Regel als Tierfutter verwertet. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch forderte eine Einfärbung von Schlachtabfällen, um eine Verwendung als Lebensmittel zu verhindern. Das Bundesverbraucherschutzministerium hat nach Angaben einer Sprecherin im vergangenen Jahr zwar bei der EU-Kommission einen Vorstoß zur europaweiten Einfärbung von K3-Fleisch unternommen. Die Kommission sei darauf nicht eingegangen. Eine nationale Lösung mache aber "wenig Sinn". Tierfutterhändler würden vermutlich ins Ausland abwandern. "Der Fall zeigt, dass die Mechanismen gegen Handel mit Gammelfleisch funktionieren"", sagte Staatssekretär Gert Lindemann. "Die dafür zuständigen bayerischen Behörden kümmern sich nach meinem Eindruck intensiv und zügig um die Aufklärung." Stoiber sagte, entscheidend sei, dass "wieder zugepackt und mit der Härte des Gesetzes vorgegangen" werde. Letzten Endes könne man aber nie alle Fälle unterbinden, die mit krimineller Energie begangen würden, sagte Stoiber. Genauso wenig könne man alle Straftaten unterbinden. Den Ermittlungen der Memminger Staatsanwaltschaft zufolge war das Fleisch ursprünglich aus Berlin nach Schleswig-Holstein verkauft und von dort als K3-Ware nach Wertingen geliefert worden. Nach der illegalen Umetikettierung in Bayern sei das Fleisch als genusstauglich an den Döner-Produzenten in Berlin geliefert worden. Die letzte Lieferung kam nach Berliner Behördenangaben am 12.August an. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich auf einen 56-jährigen Beschuldigten sowie gegen dessen Ehefrau, die Geschäftsführerin der geschlossenen Firma ist und von den Manipulationen nichts gewusst haben soll. Auch gegen den Lieferbetrieb in Schleswig-Holstein werde ermittelt. Der Vorgängerbetrieb der jetzt geschlossenen Firma war nach Angaben des Dillinger Landratsamtes bereits 1990 im Zusammenhang mit einem Fleischskandal geschlossen, der jetzt Beschuldigte damals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.


Wetter

Wiesbaden

heiter
-11 – -4 °C
Heute
wolkig
-12 – -3 °C
Sonntag
Schneefall
-3 – 3 °C
Montag
Mehr Wetter

Abstimmung

„Merkozy“ – ist der Schulterschluss Merkel – Sarkozy zu eng?




Videos

ESWE Versorgung

Sonderveröffentlichungen

VIP TIPP

VIP TIPP Wiesbaden

Specials

  • Galeriebild zur Spendenaktion Leser helfen Leser helfen Hier finden Sie alles zur Weihnachtsaktion – und wie Sie spenden können.
  • Kruschel Groß und Klein finden hier alles Neue von unserem knuffigen Zeitungsmonster.
  • Flughafen Frankfurt am Main Flughafenausbau Der Rhein Main Airport wächst - so wirkt sich das auf unsere Region aus
  • opel Opel Was gibt es Neues beim Rüsselsheimer Autobauer? Hier erfahren Sie es.

Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
0.443075895309 Sekunden