(dpa). Mit den Geständnissen von zwei der sechs Angeklagten ist am heutigen Montag der Prozess gegen eine mutmaßliche Bande rumänischer Scheckkartenbetrüger eröffnet worden, die einen Schaden von rund 2,9 Millionen Euro angerichtet haben sollen. Vor dem Landgericht Frankfurt räumten die beiden Angeklagten ein, in unterschiedlicher Funktion an den Straftaten mitgewirkt zu haben. Die Wirtschaftsstrafkammer hatte den beiden Männern zuvor zu erkennen gegeben, dass sich die zu erwartende Strafe im Falle eines Geständnisses mit 16 und 22 Monaten Freiheitsentzug in engen Grenzen halten werde.
Die Staatsanwaltschaft legt den sechs zwischen 22 und 40 Jahre alten Männern insgesamt 1.758 Straftaten zur Last. Danach sollen sie in acht Fällen nachts in Baumärkten im Rhein-Main-Gebiet, Gießen und Heilbronn Computerterminals für Scheck- und Kreditkarten entwendet haben. In den meisten Fällen bauten sie kurze Zeit später andere Terminals ein, so dass der Diebstahl am kommenden Morgen vom Kassenpersonal nicht bemerkt wurde. Erst einige Tage später häuften sich die Anzeigen ahnungsloser Baumarkt-Kunden, deren Konten durch Lastschriften aus Spanien, Italien und Rumänien zu Unrecht belastet wurden.
Bei knapp 6.700 Transaktionen kamen die Männer nach Berechnung der Anklagebehörde auf einen Schaden von rund 2,9 Millionen Euro. Bei weiteren Karteneinsätzen in ähnlichem Umfang blieb es bei Versuchen. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den sechs Männern auf der Anklagebank nur um einen kleinen Teil der sehr viel größeren Gesamtgruppe. Hauptangeklagter ist ein 28 Jahre alter Informatiker, der wegen seiner Fachkompetenz für das Herunterladen der Kontodaten von den entwendeten Terminals zuständig war. Dieser Angeklagte äußerte sich am ersten Verhandlungstag noch nicht zu den Vorwürfen.
Alle Angeklagten wurden im August vergangenen Jahres in Nürnberg festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Die beiden geständigen Mitangeklagten hoffen durch ihre Aussage auf eine Verfahrensabtrennung und zügige Abschiebung in ihre rumänische Heimat. Bei den übrigen Angeklagten wird dagegen mit einer umfangreichen Beweisaufnahme gerechnet. Schon jetzt hat die Wirtschaftsstrafkammer Verhandlungstage bis Mitte Juni vorgesehen.

