Seniorenfastnacht in Bad Schwalbach
07.02.2012 - BAD SCHWALBACH
Von Irmgard Reichel
Mit fröhlichen und strahlenden Gesichtern genoss die Großelterngeneration bei der Seniorenfastnacht im sehr gut besuchten Kurhaussaal ein vielfältiges „Verwöhnprogramm“. Sämtliche Vortragskünstler und Tanzgruppen hatten sichtlich Freude an ihren eigenen Darbietungen, was bei vielen Senioren im Publikum sowie bei Gästen aus politischen und Vereinsgremien die Begeisterung noch steigerte.
Auch SCC-Sitzungspräsident Markus Huth, der in Reimform begrüßte und in Versen und Prosa durchs Programm führte, hatte sichtlich Spaß an seinem Job. „Wir feiern Fastnacht, bis es richtig kracht. Ab jetzt wird kräftig mitgemacht“.
Das war nicht nur das Gebot für drei Stunden, sondern auch eine Prophezeiung. Schaurig-schön ging es los mit einem Showtanz der „Funny Girls“ inklusive eines Vampir(innen)-Quartetts. Rhythmusreich vermittelten die jungen Frauen (Leitung Gerlinde Kessler) fantasievolles Tanzvermögen.
Überzeugungsvermögen als Dichterin und Kompetenz in Sachen vorherseherischer Wunschvorstellungen setzte „Blumenmädchen“ Ulrike Neugebauer um in Werbebeschwörungen für die Landesgartenschau. Denn „hier muss was passier’n: Ich weiß es genau, nach Bad Schwalbach muss die Landesgartenschau“. Festzelt am Menzebach, Blumenmeer, Tretbootfahrten auf dem Kurweiher, der dann überdeckt auch als städtisches Hallenbad dienen könnte. Sonntags jeweils Möglichkeiten für Freikörperkultur, ein grünes Klassenzimmer für Kinder und Jugendliche, Hochseilparcours sind bereits angedachte Planungsideen.
Tänzerische Machbarkeiten schöpften zwölf Tänzerinnen des SCC-Gardeballetts aus in rasantem Positions-Rhythmuswechsel (Leitung Sabrina Etz) und mit dem zusätzlichen Sympathiefaktor, dem Lächeln auf allen Gesichtern. Dafür gab es denn auch zusätzlich ein „dankbar-donnerndes Helau“, wie Huth es formulierte. „Stinksauer“ hingegen war Büttenredner Dieter Sissol über Smoke-Alarm, Ehefrau, Verwandtschaft und fast alles. Seine Bissigkeiten bei anatomischen Vergleichen waren humorig, und seine Sprüche sparten nicht an Originalität - wie etwa bei der Aussage einer Kuh zu einem Polizisten, „mein Mann ist auch Bulle“.
Lokalpolitischen Feinschliff bescherte Wolfgang Kienle in Wort und Gesang. „Dass hier nix vorwärtsgeht, wundert mich nicht“, denn Veränderungen und Gutachten würden als gute Ideen in Talks im Museum vorgestellt, um gleich danach „im Museumsarchiv zu verschwinden“.
Nach Kienles facetten- und humorreichen Betrachtungen warteten zwei SCC-Nachwuchsgruppen, die „Sweety Stars“ und die „Dancing Kids“ (Leitung Gerlinde Kessler) auf mit enormem Einsatzeifer und bereits erfolgreichem Gelingen (die Jüngste ist vierjährig) bei ihren Formations- und Tanzschritt-reichen Gardeballett-Aufführungen. Was dann acht „Tristeg‘s“-Trojaner aufführten nach opulentem Einzug samt gelungener Pferdekopf-Attrappe gefiel in seiner so ganz anderen Ballettpräsenz und Griechen-Gewandung - varianten- und temporeich, heroisch und maskulin in Tapferkeits- und Männlichkeitsgebärden wie wohl sonst nur in der griechischen Mythologie.

