Der Sohn als Nachhilfelehrer
03.02.2012
Der gesellschaftliche Problemdruck wächst. Mit jedem Kalenderjahr sinkt das Internet-Einstiegsalter um ein Jahr. Grundschüler sind oft schon online, das Smartphone gehört für Jugendliche zum Alltag. Deutschland ist bei Cyberkriminellen aufgrund der leistungsfähigen Netze und der dank Flatrate oft lückenlos online arbeitenden Rechner sehr beliebt.
„Ein komplettes Surfverbot nützt allerdings nichts. Dies führt nur zu Heimlichkeiten“, lautet auf einem Elternabend an der Wiesbadener Leibnizschule der einleuchtende Rat der Kriminalhauptkommissarin, die sich beruflich der Internetprävention widmet. Stattdessen empfiehlt sie den Eltern, das Onlineleben ihrer Kinder zu verfolgen, klare Regeln aufzustellen und den Nachwuchs über Risiken zu informieren und sensibilisieren. Verteufeln hilft jedenfalls nicht. Lehrer und Eltern bekämen ohnehin zu selten mit, was „läuft“ und „was geht“.
Zwei von drei Computerschädlingen sind Trojaner. Nicht einmal jedes zweite Softwareprogramm, welches Daten auf dem heimischen Rechner ausspäht, werde erkannt. Infizierte Rechner gehören oft zu einem Bot-Netz. Der Ausdruck kommt von Robot und es geht um das Fernsteuern von Rechnern. In Wiesbaden gab es laut Kain Fälle, in denen bei Schülerinnen die Webcam im Schlafzimmer abends ferngesteuert aktiviert wurde. Der Rat der Kommissarin ist einfach: Abends grundsätzlich den Laptop zuklappen. Über das Portal www.botfrei.de lasse sich zudem ein DE-Cleaner herunterladen, der den eigenen Rechner zuverlässig säubert.
Auch bei den populären sozialen Netzwerken gibt es Vorsichtsregeln vom Abfassen der Passwörter bis zum Eintrag der Persönlichkeitseinstellungen. Im Internet finden sich viele Seiten mit Ratschlägen zum Jugendschutz. Für Kain ist klar: Ein Facebook-Konto lässt sich löschen, die einmal eingegebenen Daten aber nicht: „Einmal Internet, immer Internet.“
Wer mehr wissen will, findet unter www.vorsicht-im-netz.de; jugendschutz.net und
www.medien-sicher.de viele weitere Infos, Tipps und Wissenswertes.
Das Internet bestimmt für das viele den Alltag. (Foto: Archiv)

