Betreiber des Lokals 7 Sinne in Wiesbaden zieht die Reißleine
02.09.2010 - WIESBADEN
Von Wolfgang Degen
Für die 7th Sense Gastronomie GmbH mit dem Lokal 7 Sinne im ehemaligen ESWE-Hochhaus ist wegen drohenden Zahlungsschwierigkeiten Insolvenzantrag gestellt. Der Gastronomiebetrieb läuft unter dem vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter Jürgen Blersch weiter. Seit Ende vergangenen Jahres schon wurden Mieten nicht mehr bezahlt, mittlerweile soll ein Betrag in sechsstelliger Höhe aufgelaufen sein. Für das Lokal an der Ecke Kirchgasse/Rheinstraße seien monatlich rund 20.000 Euro Miete fällig. Beschäftigt sind 27 Mitarbeiter, davon 21 Aushilfen.
Wie auch andere Mieter im Luisenforum war der Gastronomiebetrieb von der Karstadt/Arcandor-Insolvenz betroffen. Die Gründe für das unternehmerische Scheitern seien im vorliegenden Falle aber nicht in möglichen unklaren Rechtsverhältnissen zu suchen, wie sie von vielen Mietern im Luisenforum beklagt werden. Und auch der fürs Luisenforum beklagte deutliche Besucherschwund, gemessen an den Prognosen von täglich 20.000 Besuchern, reiche als Erklärung der wirtschaftlichen Probleme nicht aus.
Am eigenen Anspruch gescheitert
Das Unternehmenskonzept sei von Anfang an „viel zu optimistisch“ gewesen, sagt Blersch. Allein zur Erwirtschaftung der Miete hätte das Lokal von morgens bis abends proppenvoll sein müssen. Was es nicht war. Gescheitert sind die Betreiber auch am eigenen Anspruch: „Wir holen uns die Inspiration für unsere Speisen aus der ganzen Welt und schaffen eine Vernetzung von panasiatischer, mediterraner und lokaler Küche“. Kunden indes klagten über die Kluft zwischen Anspruch und Realität, und auch im Service sahen viele Besucher Verbesserungsbedarf. Der vorläufige Insolvenzverwalter verfolgt das Ziel einer „vernünftigen, professionellen Nachfolgeregelung

