Mutter aus Haus in Heidenrod gerettet
haw. HEIDENROD Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus im Heidenroder Ortsteil Niedermeilingen (Rheingau-Taunus) sind gestern Morgen zwei Menschen ums Leben gekommen. Die dritte Bewohnerin wurde mit einer Rauchgasvergiftung und einem Schock ins Krankenhaus gebracht.
Ein Zeitungszusteller hatte den Brand gegen 5.35 Uhr bei der Polizei gemeldet. Der Zusteller hatte zunächst nichts bemerkt, lediglich gesehen, dass die Tür des Hauses offen stand. Dann hörte er Hilferufe - und reagierte sofort: Er rief die Polizei und die Nachbarn zu Hilfe. Die konnten schließlich eine 85-jährige gehbehinderte Frau aus dem verqualmten Flur bergen. Für deren Mann und ihren Sohn jedoch kam jede Hilfe zu spät: Der 92-Jährige, der ans Bett gefesselt war, und sein 61 Jahre alter Sohn, der wegen eines amputierten Beines ebenfalls gehbehindert war, konnten nur noch tot geborgen werden. Vater und Sohn befanden sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei im Erdgeschoss des Hauses. Der bettlägerige 92-Jährige - wie sein Sohn gehörlos - befand sich im Wohnzimmer, wo der Schwelbrand ausbrach. Der Mann kam in den Flammen um; der 61-Jährige, der in einem angrenzenden Zimmer schlief, erstickte an den Rauchgasen. Die 85 Jahre alte Mutter, die noch aus dem Obergeschoss nach unten gekommen war, wo sie in letzter Minute gerettet werden konnte, muss vorerst im Krankenhaus bleiben. Gestern untersuchten Brandermittler des Landeskriminalamtes den Brandort, um die Ursache des Feuers zu klären und befragten Zeugen und Nachbarn. Hinweise auf ein Fremdverschulden oder einen technischen Defekt fanden die Spezialisten aber nicht. Damit bleibe als Auslöser nur eine offene Flamme. Der Sachschaden wird auf mehrere zehntausend Euro geschätzt. Das Erdgeschoss des Hauses ist stark beschädigt, das Zimmer ausgebrannt. Ein Rauchmelder hätte nach Auffassung der Polizei das Leben der beiden Männer retten können.

